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Im Männergesangsverein geben heute Frauen den Ton an

11.10.2018

In 125 Jahren hat sich bei der Chorgemeinschaft Zusmarshausen viel geändert. Was das Geheimnis des Erfolgs ist.

Viele Glückwünsche gab es beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Chorgemeinschaft Zusmarshausen. „Die Stimme ist das Instrument, das uns schon bei der Geburt mitgegeben wird“, sagte Jürgen Schwarz, der Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben. Er betonte, dass ein „Chor nichts Verstaubtes ist.“

In seiner Laudatio erinnerte er an die Entstehungsgeschichte der Zusmarshauser. Als am 12. Januar 1893 bei der Marktverwaltung Zusmarshausen ein reiner Männergesangsverein mit dem Namen „Frohsinn“ angemeldet wurde, konnte sicherlich niemand ahnen, dass der Chor auch 125 Jahre noch später existieren wird. Damals durften Damen, so steht’s auch in der Chronik, erst ab 1956 und auch nur zu besonderen Anlässen mitsingen. 1976 waren dann 24 Damen und 23 Herren zu einer ersten Probe eines gemischten Chors erschienen. Apropos Probe: Schon damals gab es heftige Rügen, wenn jemand bei den Proben ferngeblieben war.

Heute sind es die Sängerinnen, die den Ton angeben. Die acht Männer, die bei der Chorgemeinschaft mitsingen, sind die einzigen, die sich bisher getraut haben, mitzumachen. Aber: Sie fühlen sich bei den 24 Frauen pudelwohl, sagen sie.

Ein qualitativ hohes Niveau

Dass der Chor über die Region hinaus beliebt ist, liegt nicht nur an den brillanten Sängerinnen und Sängern, sondern auch an Hans Mayer. Er hat seit 2009 die Leitung. Ihm ist es gelungen, die Chorgemeinschaft sowie dem dazugehörigen Ensemble „Mix-Dur“ auf ein qualitativ hohes Niveau zu bringen. Das Geheimnis des Erfolgs liegt sicherlich auch an den Stilrichtungen von Klassik bis hin zu modernen Arrangements, die inzwischen auch junges Publikum zu den Konzerten anlockt. Auch im Chor gibt es junge Mitglieder – sie waren freilich beim kurzweiligen Festbankett ganz im Stil der Chorgemeinschaft, die sich auch in der Formation „MixDur“ präsentierte. Die ausgewählten Lieder unterstrichen den feierlichen Rahmen des Festaktes und gaben ihm eine ganz besondere Note.

Begonnen hatten die Feierlichkeit bereits am Nachmittag mit einem Sektempfang. Jede Menge Prominenz war in den Festsaal St. Albert gekommen, darunter Zusmarshausens Bürgermeister Bernhard Uhl, Pater Philip sowie der stellvertretende Landrat Heinz Liebert. Der Augsburger Sängerkreis war vertreten mit Vizepräsidentin Brigitte von Kirschbaum, Vizepräsident Walter Aumann, Kreischorleiter Herbert Deininger und Ehrenpräsident Kurt Schnürch. Viele Redner sprachen dem Verein Glückwünsche und ihre Anerkennung für das kulturelle Engagement aus. Im April dieses Jahres erhielt der Chor die Zelter-Plakette für 100 Jahre kontinuierliches Wirken im Dienste der Laienmusik.

 

VON MICHAELA KRÄMER

Augsburger Allgemeine, 09.10.2018

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